Orleans Brettspiel

Artikelnummer: N012000030

Verlag: DLP Games

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Spielbeschreibung

Im mittelalterlichen Frankreich strebt ihr eine hohe Stellung an. Diese versucht ihr durch bauen, handeln und den Erwerb von Wissen zu erreichen.

Orleans Brettspiel - DLP Games

Infos zum Gesellschaftsspiel:

Spielarten: Strategiespiele; Workerplacement Spiele
Alter: Spiele ab 12 Jahren
Spieleranzahl: für 2 bis 4 Spieler
Autor: Reiner Stockhausen

Spieldauer: ca. 90 Minuten
Schwerpunkte: Strategie; Taktik
Themen: Reiseziele
Erscheinungsjahr: 2014
Spielanleitung: deutsch
Spielmaterial: sprachspezifisch
Auszeichnungen: Auf der Nominierungsliste für das Kennerspiel des Jahres 2015; 2016 Flämischer Spielepreis "Gouden Ludo"
Maße (BxHxT): ca. 31.5 x 7.0 x 22.0 cm
Gewicht: ca. 1780 g
EAN: 4260184330188

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Spielbewertung



Geschrieben von Wolfgang Volk am 13.04.2016, bewertet mit 5 von 5 Sternen
Großartiges Strategiespiel mit Bagbuilding-Mechanismus

Einleitung:

Frankreich im Mittelalter. Rund um die Stadt Orleans tummeln sich Bauern, Händler, Ritter, Handwerker, Schiffer und Mönche, um mit ihren individuellen Fähigkeiten die Vorherrschaft im entsprechenden Bereich auszubauen. Wer stellt seine Gefolgsleute-Mannschaft am besten zusammen, um letztendlich die optimalen Aktionen ausführen zu können?

Ablauf:

Zunächst werden der Hauptspielplan und das Tableau „Segensreiche Werke“ in die Mitte gelegt. Jeder Spieler erhält einen Gefolgsleutebeutel, fünf Münzen, sieben Marker, eine Spielertafel, eine Händlerfigur, zehn Kontore und vier Gefolgsleute (Bauer, Schiffer, Handwerker, Händler). Die Gefolgsleute werden auf die Slots der Spielertafel platziert, die maximal acht Personen aufnehmen kann. Jetzt wird die Wegstrecke des Hauptspielplans mit Warenplättchen bestückt. Die restlichen Warenplättchen werden genau wie die weiteren Utensilien (z.B. neutrale Personenplättchen, Stundenglaskarten etc.) auf die entsprechenden Stellen des Spielplans gelegt.

Orleans geht über 18 Runden, die jeweils in sieben Phasen unterteilt sind. Zu Beginn einer Runde wird immer als erstes die oberste Stundenglaskarte aufgedeckt, welche ein bestimmtes Ereignis beinhaltet. Die Spieler kennen somit das aktuelle Ereignis, welches dann später in der sechsten Phase abgehandelt wird. Während der Volkszählung erhält der Spieler mit den meisten Bauern ein Geld als Einkommen, während der Spieler mit den wenigsten Bauern ein Geld abgeben muss. Nun ziehen die Spieler die erlaubte Anzahl an Gefolgsleuten aus dem Beutel und legen sie auf die offenen Slots des Markts auf ihrer Spielertafel. Anschließend werden diese Personen auf den Aktionsfeldern der Orte eingesetzt. Man darf Personenplättchen auch auf dem Markt liegen lassen, um sie in einer späteren Runde einzusetzen. Nachdem alle Spieler ihre Gefolgsleute platziert haben, können die Aktionen an allen aktivierten Orten ausgeführt werden. Die für eine Aktion eingesetzten Gefolgsleute kommen nach Ausführen der Aktion zurück in den eigenen Gefolgsleutebeutel. Anschließend wird das eingangs aufgedeckte Ereignis abgehandelt und der Startspieler wechselt im Uhrzeigersinn weiter.

In der Regel werden mehrere bestimmte unterschiedliche Personen für die Rekrutierung weiterer Gefolgsleute benötigt. Dadurch wird automatisch eine Aktion ausgelöst. Beispielsweise erhalten die Spieler durch den Handwerker ein Technikplättchen, das einem ständigen Arbeiter entspricht. Oder die Spieler dürfen mittels Rittern in den folgenden Runden mehr Personen aus dem Beutel ziehen usw. Auf diese Art und Weise können die Spieler im Laufe des Spiels auch verschiedene Waren einsammeln, Kontore errichten und auf der Entwicklungsleiste voranschreiten.

Das Spiel endet nach der 18. Runde. Nun erfolgt die Schlusswertung, in der die Spieler Siegpunkte für Waren, Geld und eine Kombination aus Kontoren plus Bürgerplättchen multipliziert mit dem Entwicklungsstand der Entwicklungsleiste erhalten. Der Spieler mit den meisten Punkten hat dann gewonnen.

Meinung:

Orleans war 2015 zum Kennerspiel des Jahres nominiert und hätte diesen Preis auch sicherlich verdient gehabt. Denn die Klasse des Spiels lässt sich am einfachsten mit einem einzigen Wort beschreiben: Genial!

So wie Dominion seinerzeit den Deckbuilding-Mechanismus hoffähig gemacht hat, so führt Orleans das Bagbuilding-Prinzip ein. Spontan erwacht da bei vielen gestandenen Strategiespielern die Angst vor einem hohen Glücksfaktor, doch diese Befürchtungen sind zum überwiegenden Großteil unbegründet. Natürlich zieht man nicht immer die gewünschten Personenplättchen aus dem Beutel, aber durch einen frühzeiteigen Ausbau der Burg können sich die Spieler ja eine vermehrte Nachziehanzahl sichern, was sowohl taktisch als auch strategisch sehr zu empfehlen ist. Ansonsten ist ein breitgefächerter Personenkreis nicht von Nachteil, um möglichst viele unterschiedliche Aktionsmöglichkeiten zur Auswahl zu haben. Diesbezüglich empfiehlt sich übrigens auch das Anwerben von mindestens zwei Mönchen, die quasi als Personenjoker eingesetzt werden können.

Weitere große Vorteile bringen die Zahnräder (Technikplättchen), die einen ständigen Gefolgsmann darstellen. Da es letztendlich um die meisten Siegpunkte geht, sollten diese primär beim Wagen, Schiff und/oder im Gildenhaus eingesetzt werden, denn bei diesen Aktionen geht es ums Reisen (=Waren einsammeln) und um die Errichtung von Kontoren. Beide Faktoren sind die grundlegenden und einfachsten Möglichkeiten zur Siegpunktgenerierung. Doch auch die Ortskarten zum Ausbau der Stadt sind nicht zu verachten. Je nach spielerischer Ausrichtung lohnt sich der Bau eines Hospitals, eines Ratskellers oder eines Pferdewagens allemal. Auf keinen Fall sollte die Universität unterschätzt werden. Denn diese bringt schließlich Fortschritt auf der Entwicklungsleiste, und das wiederum erhöht die Entwicklungspunkte, die als Multiplikator für die Kombination aus Kontoren und Bürgerplättchen dienen.

Wichtig und punkteträchtig sind eigentlich alle Optionen, und genau das macht Orleans auch so interessant. Hier gibt es keinen allgemeingültigen Königsweg, der immer zum Sieg führt. Stattdessen ist eine halbwegs ausgewogene Balance mit leichter Tendenz in Richtung Reisen und Kontorbau empfehlenswert.

Orleans ist sicherlich in erster Linie auf Vielspieler und Kenner ausgerichtet, aber auch ambitionierte Gelegenheitsspieler sollten mit dem Mechanismus gut klarkommen. Denn trotz immenser Tiefe und Abwechslungsreichtum ist Orleans gar nicht mal so schwer zu erlernen. Auf zwölf Seiten Anleitung werden die Regeln ausgezeichnet erläutert und lassen keine Fragen offen. Der Spielspaß ist für das angesprochene Klientel sehr hoch, und auch der Wiederspielreiz ist vom feinsten. Wer anspruchsvolle Strategiespiele mag, bei denen man sich nicht das Hirn verknoten muss, liegt bei Orleans goldrichtig. Klare Weiterempfehlung ohne jegliche Abstriche!

Fazit:

Orleans ist spannend, originell und innovativ. Das Spiel erobert die Herzen der Vielspieler im Sturm und dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit sogar zu einem Allzeit-Favorit vieler Kenner werden. Einfach nur ganz großes Kino!

Diese und viele weitere Rezensionen findet Ihr unter http://brettspieler1.blogspot.de/